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22. Februar 2012 | ThemenWelt

[Testbericht] Pocketbook 611 und Pocketbook A 10

Als wir, bzw. mein Mann sich seinen ersten ebook-reader gekauft hat, spielte nicht nur der Preis eine Rolle, sondern vor allem auch die technischen Möglichkeiten, wie “Welches ebook Format unterstützt das Gerät?” oder “Verfügt das Gerät über einen Speicherkartenslot?” usw. So dass er sich im Oktober 2010 für einen OYO entschieden hat.



Nach der ersten Begeisterung folgte dann doch relativ schnell eine gewisse Ernüchterung. Und selbst nach dem Software-Update Ende 2011, von dem mein Mann sich doch Einiges versprochen hatte, reagiert der OYO nach wie vor träge, bietet nur ein unlogisches Menü und selbst seine, nach dem Update, neue Ordnerstruktur ist in der Handhabung eher unbefriedigend.

Von den Vorteilen des elektronischen Lesens überzeugt, musste also ein neuer Reader her. Da mein Mann und ich unterschiedliche Ansprüche haben, haben wir entschieden dass jeder sein eigenes Gerät haben soll. Während mein Mann sich für ein 6 Zoll Display entschieden hat, wollte ich einen größeren mit 10 Zoll Display. Die Wahl fiel auf Geräte der Firma Pocketbook, da sie eine Vielzahl von Formaten unterstützen und über einen (laut meinem Mann) guten Support verfügen.

Eines vorneweg: Was Technik betrifft bin ich ein reiner User, dazu noch einer der sehr zögerlich ist und dem die Neu-Orientierung immer schwer fällt. Ich bin kein Herumspieler und kein Technik-Fan, wie mein Mann, der alle Funktionen gleich ausprobieren muss und nahezu spielend ein neues technisches Gerät beherrscht, sondern nutze ihn nur nach dem Motto “Never touch a runing system”; also nur die Funktionen bei deren Handhabe ich wirklich sicher bin. Lieber gehe ich umständliche Wege oder verzichte auf Funktionen, als mich auf unbekanntes Terrain zu wagen.

Natürlich nutze ich auf diese Weise nur einen Bruchteil des Könnens eines solchen Gerätes.



Pocketbook 611


Hier zunächst einmal die für mich (als reinen User) relevanten Daten:

Abmessungen: 17,6 x 12,2 x 0,9 cm

Bildschirm: 6” Zoll, entspricht diagonal 15.24 cm, bzw. den Abmessungen 12,3 x 9 cm

Gewicht: 175 g

Formate: PDF (ADOBE DRM), EPUB (ADOBE DRM), PDF, EPUB, FB2, TXT, DJVU, RTF, HTML, CHM, DOC, DOCX, TCR und FB2.ZIP sowie vier Bildformate – JPEG, BMP, PNG und TIFF.

Allgemeines: E Ink E-Paper / WLAN / 800×600 Pixel, unterstützt 16 Graustufen / kein Touchscreen

Akkulaufzeit (Herstellerangaben): bei voller Ladung max. 8000 Seitenwechsel

Preis: 126 Euro (Media Markt, Stand Feb. 2012)


Ralphs Einschätzung

Fairerweise muss ich zugeben das ich für 126€ vielleicht ein anderes Gerät gekauft hätte, aber als es im Media-Markt den “Pocketbook 611Basic” für 111€ im Angebot gab war die Entscheidung gefallen und mein neuer Reader gekauft.

Beim Auspacken habe ich gleich festgestellt das kein Netzteil dabei ist, was für uns kein Problem ist da jedes übliche USB-Netzteil funktioniert und die in unserem Haushalt ausreichend vorhanden sind. Aber wenn nicht muss über die USB-Schnittstelle eines PC/Mac geladen werden oder ein Netzteil zugekauft werden.

Der 611 besitzt im Vergleich zum OYO keinen Touchscreen ist aber nach etwas Eingewöhnungszeit mit dem Steuerkreuz und den Tasten einfach zu bedienen. Die Software ist logisch aufgebaut und intuitiv zu Bedienen. Die Geschwindigkeit beim Seitenwechsel ist sehr gut und auch sonst reagiert die Software ohne Verzögerungen. Der Anschluss an den PC per USB als auch eine Verbindung ins WLAN/Internet funktionieren problemlos. Die Textdarstellung und der Kontrast des Bildschirmes sind einwandfrei und die Schriftgröße lässt sich beim Lesen jederzeit verkleinern und vergrößern (getestet mit einem epub).

Aufgrund der rauen Oberfläche liegt der 611 gut in der Hand, wenn auch das sehr dünne und leichte (175g) Gerät zuerst etwas ungewohnt war und ich auch die seitlichen Tasten des OYO für Vor- und Zurückblättern zunächst vermisst habe. Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und vermisse weder Touchscreen noch die Tasten.  Die Eingabe von Wörtern über die virtuelle Tastatur mit dem Steuerkreuz ist allerdings sehr umständlich, das bisher einzige Mal das ich den Touchscreen wirklich vermisst habe.

Ich habe mir noch eine Schutzhülle mit Fronttasche (für das USB-Kabel) zugelegt, wenn man viel unterwegs liest eine meiner Meinung nach unverzichtbare Anschaffung zum Schutz des Gerätes.


Ankes Einschätzung

Die Bedienung ist wirklich sehr einfach, sogar ich habe es ohne Hilfe hinbekommen ein ebook, via PC und Speicherkarte, aufzuspielen und zu starten.

Da das Gerät über keinen Touchscreen verfügt, navigiert man mit Hilfe eines Ringes um den Enter-Button durchs Menü. Das ist ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, da es wortwörtlich “Fingerspitzen”-Gefühl voraussetzt.

Das Umblättern erfolgt über zwei rechts und links neben dem Enter-Button sitzende Tasten und geht flott vonstatten.

Möchte man einhändig umblättern während man das Gerät in der linken Hand hält, muss man den Daumen weit über die Zurücktaste (links) und den Return-Button bis auf die rechte Seite zur Vorwärtstaste strecken. Da aber auch das einhändige Umblättern mit dem Gerät in der rechten Hand ein wenig Geschick benötigt, will man das Gerät nicht fallen lassen, bin ich dazu übergegangen beide Hände am Gerät zu halten.

Zumal ich ständig am “Umblättern” war, weil der Bildschirm einfach recht klein ist. Leider benötige ich trotz Brille die etwas größere Schrift um, ohne allzu schnelle Ermüdung, komfortabel lesen zu können.

Die Schrift wiederum ist sehr gut zu lesen, weil sehr kontrastreich; eine ausreichend helle Beleuchtung vorausgesetzt. Da aber auch bei hellem und direktem Licht das matte Display kaum spiegelt, spielt das keine Rolle. Auch das Lesen draußen egal ob bei bedecktem oder sonnigem Himmel ist kein Problem.

Obwohl der 611 wunderbar leicht ist, greift er sich jedoch für meine Hände zu dünn. Vielleicht ist es nur ein Gewöhnungseffekt, schließlich hatte ich bisher beim Lesen immer nur “dicke” Bücher in Händen, doch das Gerät kommt mir einfach zu filigran in meinen Händen vor.

Die leichte Bedienbarkeit, das geringe Gewicht und das flotte Umblättern haben mir gut gefallen. Der 611 hat jedoch für meinen Geschmack einen viel zu kleinen Bildschirm, der in meiner Wunschschriftgröße häufiges Umblättern nötig macht, und liegt zu leicht in meiner Hand, was eine ein wenig verkrampfte Fingerhaltung, nach langem Lesen, zur Folge hat.



Pocketbook A 10



Allgemeine Daten des A 10

Abmessungen: 207 x 244 x 15 cm

Bildschirm: 10” Zoll, entspricht diagonal 25,65 cm, bzw. den Abmessungen 16,4 x 20,4 cm

Gewicht: 670 g

Formate: PDF (ADOBE DRM), EPUB (ADOBE DRM), PDF, EPUB, FB2, TXT, DJVU, RTF, HTML, DOC, DOCX; für Grafikformate – JPEG, BMP, PNG, TIFF; drei Videoformate – AVI, MKV, MP4; und zwei Audioformate – MP3, WAV.

Allgemeines: Android 2.3.5 Gingerbread / Multitouch-Farbdisplay / 1024×768 Pixeln / TFT-Display / WiFi via Bluetooth 2.1 / ABBYY® Lingvo -Wörterbücher

Akkulaufzeit (Herstellerangaben): 6,5 Stunden Arbeitszeit im Mischbetrieb bei voller Belastung

Preis: 240 Euro (inkl. Versand, www.erader-store.de, Stand Feb. 2012)


Ralphs Einschätzung

Nach dem Aufladen und dem ersten Einschalten war ich gespannt auf meinen ersten Kontakt mit dem Android Betriebsystem und auf die Geschwindigkeit des Tablets. Von beidem war ich sofort positiv überrascht, hatte ich doch befürchtet das bei einem Preisunterschied von mindestens 200€ zu einem Asus- oder Samsung-Tablet doch irgendwo gespart worden sein muss. Man merkt sofort dass das Tablet auf das Lesen spezialisiert ist, die mechanischen Seitentasten gibt es bei anderen Tablets nicht, das Display hat ein 4:3 Format und nicht das für Videos und Spiele heute übliche 16:9. WLAN und USB-Verbindung klappen sofort problemlos, der Touchscreen reagiert präzise und auch das Testvideo läuft ohne ruckeln.

Danach wollte ich testweise eine App(likation) installieren, scheiterte allerdings an einem nicht vorhandenen Google-Mail Konto. Ich habe dann mein Google – Konto um die Mailadresse erweitert und danach war auch diese Hürde genommen. Als nächstes werde ich, sollte ich das Gerät wieder in die Hände bekommen ;-), 2-3 Spiele installieren und die Leistungsfähigkeit des Geräts weiter ausloten, aber bisher scheint es für den Preis ein klasse Gerät zu sein. Das einzige was man vielleicht kritisch sehen könnte ist die Tatsache dass das installierte Android 2.3.5 laut Pocketbook nicht auf Android 3 oder höher upgedated werden soll, möglicherweise ein Problem bei zukünftigen Apps. Updates für das bestehende System werden aber geliefert wie bereits geschehen.


Ankes Einschätzung

Nach dem ersten zögerlichen ein wenig orientierungslosem Herumprobieren und der Zuhilfenahme des internen Handbuches habe ich alle für mich zum Lesen notwendigen Funktionen schnell gefunden und nach meinen Wünschen ändern können.

Zwei englische Ebooks von Charlotte Featherstone habe ich über die ebook-Shops der üblichen Verdächtigen gekauft, downgeloaded und dann vom PC  auf die Speicherkarte des Readers übertragen. Vielleicht ist das ein wenig umständlich, da ich ja mit dem Gerät direkt ins Internet gehen kann, doch ist es der Weg der mir vertraut ist, mir keine Probleme und nur minimale Umstände macht.

Für mein Verständnis reagiert der reader flott und die Menüs sind für mich leicht über den Touchscreen zu bedienen.

Ich weiß, ich werde nun gleich von allen Apple Iphone- und Ipod-Fans gesteinigt, aber ich komme mit dem Touchpad des Pocketbooks – das in positivem Sinne einen Hauch träger ist – viel besser zurecht als mit dem meines Ipod Touchs, wo mir die Menüs praktisch “nur so um die Ohren fliegen” und viel zu flott für mich sind.

Allerdings hat es mich ein wenig Übung gekostet, z.b. die Umblätter-Fingerbewegung richtig auszuführen oder beim Anwählen einer Anwendung wirklich nur auf den Bildschirm zu tippen ohne zu lange dort mit dem Finger zu verweilen und eine ganz andere Funktion auszulösen.

Ein paar Mal ist es mir beim Lesen auch passiert, dass meine Hände, wenn ich meine Haltung verändert habe, auf das Display gekommen sind und sofort eine Funktion ausgelöst habe, die eigentlich gar nicht erwünscht war. Ein Punkt, der für mich eindeutig gewöhnungsbedürftig ist.

Ebenso gewöhnungsbedürftig wie auch das automatische Umschalten von quer auf Längs- format, bzw. anders herum, bei der Neigung des Gerätes. Das kann man natürlich abschalten, doch schaffe ich es immer wieder; die Funktion beim Halten des Gerätes mit dem Handballen aus Versehen wieder zuzuschalten. Auch dass das Gerät bei einer schrägen Überkopfhaltung (Tilt-Funktion) auf den Anfang des Buches zurückschaltet; ist mir ein Rätsel; aber schließlich… wer fuchtelt schon ständig derart mit dem Reader durch die Gegend?

Gut finde ich die leichte Flugzeugflügelform auf der rechten Seite des Gerätes. Hier hat man etwas mehr zu greifen und läuft weniger Gefahr mit der Hand auf den Touchbildschirm zu kommen. Wegen des Lagesensors kann das Gerät aber natürlich auch in der linken Hand gehalten werden.

Um drinnen angenehm lesen zu können, musste ich die Helligkeit weit zurück drehen; ganz anders als draußen unter freiem Himmel. Dort muss man die Helligkeit des Display hochfahren. Bei bedecktem Himmel oder im Schatten war es so kein Problem auch draußen zu lesen. Bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Reader ist es schon allein wegen des spiegelnden Display schwierig etwas zu erkennen. Doch bereits eine einfache Schattierung reicht aus, um lesen zu können.

Das Gerät ist schwer, keine Frage. 670 g sind zwar für ein 10″ zoll reader, bzw. Tablet PC, völlig in Ordnung, für einen reinen Reader jedoch eher nicht. Im Vergleich der 611 wiegt gerade mal 175 g; aber ganz ehrlich auch bei 175 g werden, insbesondere im Liegen, irgendwann die Arme schwer.

Zudem war ich von vorne herein gewillt ein höheres Gewicht zu tragen, um einen großen Bildschirm zu haben. Dieser, die umfangreichen Funktionen, die Beleuchtung, das Farbdisplay und damit auch der größere Akku, gehen nun mal zu Lasten eines deutlich schwereren Gewichtes.

Deswegen habe ich flott auch mein Anki-Bu (meine Variante einer “Lesekissens”), die ich mir vor einiger Zeit genäht habe, ein wenig modifiziert. Eine zusätzliche Rolle, die man nach Bedarf an montieren kann, hält den Reader sicher an Ort und Stelle. Damit geht das Lesen und Halten des Gerätes gleich noch mal so gut.





Fazit: Trotz kleiner Problem mit dem Handling, die aber für mich in Zusammenhang mit Technik nicht ungewöhnlich sind, und des hohen Gewichts bin ich begeistert von meinem Reader. Das Lesen ist komfortabel und funktioniert hervorragend – und mehr will ich nicht.


Nützliches Zubehör:

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