Direkt zum Inhalt.

21. Juli 2011 | SchlagZeilen

[SatzesLust] Grenzgänger

Nina Behrmanns Roman “Triskelion – Grenzgänger” liegt gerade vor mir. Obwohl ich das Buch, welches aus dem Elysion Verlag stammt, erst zur Hälfte gelesen habe, bin ich auf einige Textpassagen (Zitate) gestoßen, die so richtig knackig geschrieben sind. Diese Worte wollte ich Euch nicht vorenthalten! Die Autorin hat einen Schreibstil, der Dinge auf den Punkt bringt – ohne vielleicht, ohne soll ich, ohne irgendwie. Genau dies macht die Geschichte rund um Feline so herrlich: “Immer her damit!” Lest mal:

Triskelion - Grenzgänger

“ Ich verliebte mich – er nicht. Als ich ihn darauf ansprach, erwähnte er das erste Mal Frau und Kind.
Ich kann nicht behaupten, dass ich ein unemotionaler Mensch bin. Nachdem ich ihn vor der gesamten Belegschaft einen Schwanzlurch genannt hatte, kündigte ich sofort.

“ Aber so wie es aussah, schien mein zukünftiger Arbeitgeber gerne mit dem ein oder anderen Klischee zu spielen. Gerade hatte ich mich mit dem Modell “Zwei Meter Rockerasiate” angefreundet, kehrte er den sparsamen Autofahrer heraus.

“ “Du hast gerade gesagt, ich wäre eine `neutrale Zone´. Was heißt das für mich?”
“Dass du so sehr Mensch bist, wie man nur sein kann. `Normale´ Menschen laufen durchaus Gefahr von der ein oder anderen Partei benutzt zu werden. Aber da du etwas von allen drei Seiten in dir trägst, bist du immun gegen fast Alle.”
Ich lächelte schwach und trank noch einen Schluck Tee. Das war ja mal eine gute Nachricht. “Ich bin also die Schweiz.”

“ Ich öffnete die Tür und sah Feng davor stehen. Der musterte mich mit anzüglichem Grinsen. Ich folgte seinem Blick und sah meinen üblichen Schlafaufzug – Top und Unterhose. Top und Unterhose!

“ Das was ich dort sah, nahm mir jedes Wort aus dem Mund.
Was mich dort in der Dunkelheit unter dem Band erwartete, hatte Ähnlichkeit mit einem mumifizierten Affen. Die Haltung war die eines Embryos; die Beine angezogen, die dürren Ärmchen eng an den vertrockneten Leib gepresst. Die Lippen, ehemals wulstig und wie ein Schnabel geformt, waren durch die Trockenheit zurückgezogen und ließen den Leichnam die Zähne blecken, als würde er grinsen. Auf dem Kopf war keine Schädeldecke, sondern nur eine tiefe Mulde, die aussah, wie eine Schale. Der winzige Haarkranz darum sah aus wie ausgeblichenes Riedgras. Die Augen waren verschwunden; der Schädel glotze mich aus leeren toten Augenhöhlen an.

“ Ich blieb mit dem Zettel voller unentzifferbarer Zeichen und der Gewissheit zurück, dass ich jetzt offiziell die Tippse im wohl verrücktesten Büro dieser Erde war.

 

Und ich bin jetzt wohl die verrückteste Tippse von Happy End Bücher. Glaubt mir eines geneigte LeserInnen, das war nur ein Auszug von [SatzesLust]-igen Passagen. Doch kaum hat man sich an das Schmunzeln und Grinsen gewöhnt, da macht es “schnapp” und man sitzt plötzlich in einer jetzt-wird´s-heftig-Falle fest.

Eure

[SatzesLust]-ige Ka

 

COPYRIGHT © 2011 Elysion-Books (kursiv geschriebene Zitate, die innerhalb entsprechend markierter Bereiche stehen, entnommen aus dem Buch “Triskelion – Grenzgänger” von Nina Behrmann) · Auszüge mit freundlicher Genehmigung von Elysion-Books geposted